Michael Stürzenberger: „Wir sind ein Super-Team in Bayern!“

Geschrieben von Thomas Boehm am in Aktuelle Politik, Aktuelles, Allgemein, Bayern

Journalistenwatch.com Chefredakteur Thoma Böhm sprach mit Michael Stürzenberger, dem frisch gewählten, bayerischen Landesvorsitzenden der Bürgerrechtspartei DIE FREIHEIT

 Am vergangenen Sonntag wurde in München ein neuer Landesvorstand der FREIHEIT in Bayern gewählt. Was hat sich dadurch verändert?

Wir sind in Bayern zu den Wurzeln der FREIHEIT zurückgekehrt. Diese Partei wurde im Geist des niederländischen Islamkritikers Geert Wilders gegründet, aber einige Mitglieder des alten bayerischen Landesvorstandes waren sich dessen offenbar nicht bewusst. Sie hatten augenscheinlich ein Problem mit der klaren Islamkritik. Wenn man bei der FREIHEIT ernsthaft eine Politik nach dem Motto formulieren möchte „Wir haben kein Problem mit dem Islam, sondern nur mit den Extremisten, die diese Religion missbrauchen“, dann ist man bei uns fehl am Platz. Das wäre genauso, als ob ein Funktionär bei den Grünen sagen würde, er hätte mit der Atomkraft kein Problem, nur mit dem einen oder anderen unsicheren Reaktor. Der wäre dort schnell weg vom Fenster.

Der alte bayerische Landesvorstand trat ja nach dem Bundesparteitag am 10. Dezember komplett zurück, da man offensichtlich mit dieser Linie nicht einverstanden war. Wie ist nun der neue zusammengesetzt?

Wir haben viele Vorstandsmitglieder, die sich seit Jahren vor allem auch im Einsatz auf der Straße tatkräftig bewährt haben. Sei es bei Kundgebungen der Bürgerbewegung Pax Europa oder bei Infoständen der verschiedenen PI-Gruppen. Mit uns wird es auch keine Distanzierung von BPE oder PI geben. Wir schätzen vielmehr die drei Stränge der Islamkritik: Den publizistischen, der vor allem durch Internetblogs wie PI repräsentiert wird, den politischen mit der  FREIHEIT  und die Bürgerbewegungen wie Pax Europa. Zwischen allen gibt es viele inhaltliche und personelle Überschneidungen, was wir auch ausdrücklich befürworten.

Welche Personen wirken im bayerischen Vorstand mit?

Unser stellvertretender Vorsitzender Torsten Klauck hat sich schon in der DDR mutig gegen totalitäre Verhältnisse gewehrt. Generalsekretär Thomas Weiß hat seine Standhaftigkeit und seine Energie bei vielen Demonstrationen gegen Linksextremismus, Antisemitismus und Islamisierung bewiesen. Ebenso unser Schriftführer Manfred Schwaller, der sich bei uns auch um den  IT-Bereich sowie die Videotechnik kümmert. Besonders freuen wir uns über unsere Dame im Vorstand, Schatzmeisterin Mirjam-Gesine Grabmann, die erst einen Tag vor der Vorstandswahl von Hessen nach Bayern gezogen ist und sich trotz Umzugsstress sogleich der Wahl gestellt hat. Unsere Beiräte Erhard Brucker und Florian Euring sind früher jahrelang bei der CSU aktiv gewesen und wollen bei der FREIHEIT nun all die Themen bearbeiten, die ihre alte Partei sträflich vernachlässigt. Wolfram Eichinger ist ebenfalls bei Kundgebungen hochaktiv  und daher auch folgerichtig unser Vertreter in der bundesweiten Arbeitsgruppe „Veranstaltungen / Aktionen“.

Welche politischen Akzente wollen Sie setzen?

Die in unserem Grundsatzprogramm aufgeführte Verzichtsforderung auf die Scharia sehen wir als elementar bedeutend an, um die verfassungsfeindlichen Bestandteile des Islams entschärfen zu können. Mit unserem Bürgerbegehren gegen das Europäische Islamzentrum in München wollen wir viele Menschen in der bayerischen Landeshauptstadt erreichen. Neben der Islamkritik möchten wir die Direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild auch in Bayern populär machen, damit die Bürger bei wichtigen politischen Entscheidungen mitbestimmen können. Die Entmündigung Deutschlands durch die EU-Struktur, die milliardenschweren Rettungsfonds, der hastige Ausstieg aus der Kernenergie und die Innere Sicherheit sind weitere Themen, die wir klar ansprechen werden. Es muss endlich Opferschutz vor Täterschutz gelten und es darf keine Toleranz mehr gegenüber Gewalt und Kriminalität geben. Der sogenannte Migrantenbonus, der immer wieder vor Gericht Anwendung findet, muss beendet werden. Ebenso die Einbindung schariatischer Bestandteile in die deutsche Rechtsprechung. Es gibt viel zu tun, um mehr gesunden Menschenverstand in die Politik zu bringen.

Sie waren bislang ein Mensch, der mit seiner Überzeugung auf die Straße gegangen ist, um dort mit den betroffenen Menschen zu reden. Nun sind Sie als Bayerischer Landesvorsitzender gewählt worden. Bleibt Ihnen bei dieser doch eher organisatorischen Parteiarbeit genügend Zeit, weiterhin „real-politisch“ zu arbeiten?

 Mit Sicherheit. Wir haben ein hervorragend eingespieltes Team in München, das sich seit Jahren gut kennt, schon viele Stürme gemeinsam durchstanden hat und sich aufeinander verlassen kann. Wir verteilen die anfallende Arbeit und helfen uns gegenseitig. Mit dieser „Gang“ macht es Spaß zu arbeiten.

Mit Ihrer neuen Funktion als Landesvorsitzender in Bayern sind Sie nun noch mehr in die Politik eingebunden. Haben Sie überhaupt noch ein Privatleben, erfahren Sie Unterstützung durch Ihre Familie, oder sind Sie privat auf sich allein gestellt?

 Ich bin seit zwei Wochen glücklich geschieden. Aber meine Ex-Frau ist gleichzeitig meine beste Freundin, mit der ich alles besprechen kann. Ansonsten ist von meiner Familie nicht mehr viel übrig geblieben: Mein schwuler Bruder Bernd starb leider Mitte der 90er Jahre in Berlin an Aids, meine Eltern leben ebenfalls nicht mehr, mein zweiter Bruder ist ausgewandert und meine Schwester ist so links eingestellt, dass sie meine Parteizugehörigkeit als ungeheure Provokation empfindet. Man kann es durchaus sagen, dass PI München, Pax Europa Bayern und DIE FREIHEIT fast schon so etwas wie eine Ersatzfamilie geworden sind. Die gemeinsame Zielrichtung, die Aufgabe und die Mission, die wir hier gemeinsam haben, treiben uns an. Mit den Parteifreunden unternehmen wir auch oft privat etwas zusammen, beispielsweise Bergwandern oder jetzt im Winter Rodeln. Münchens Nähe zu den Bergen muss man schließlich ausnutzen..

 

css.php